Pressemitteilung, Göttingen, 6. Mai 2026.
Rund 200 WaldbesitzerInnen, Fach- und Führungskräfte aus Forstwirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Praxis kamen am heutigen Mittwoch zum 4. LIECO Forum in der Aula am Wilhelmsplatz in Göttingen zusammen. Im Zentrum der ganztägigen Veranstaltung standen die Fragen, wie Forstbetriebe angesichts von Klimawandel, wirtschaftlichem Druck und technologischem Fortschritt zukunftsfähig aufgestellt werden können.
„Veränderungen als Chancen begreifen und Selbstbefähigung in den Fokus zu rücken, das ist unsere Intention für das 4. LIECO Forum.“ begrüßt Oliver Hilpold, CEO von THE LIECO COMPANY und geht in seiner Begrüßung auf Managementansätze für den Forstbetrieb ein. „Effizienz beginnt mit Wissen. Wer seinen Wald nur „nach Gefühl“ bewirtschaftet, nutzt vorhandene Potenziale nicht und verliert Geld. (…) Ohne Daten kein Management.“
Unter der Moderation von Alexa von Busse diskutierten hochkarätige ReferentInnen aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze aus drei zentralen Perspektiven: Betriebswirtschaft, Digitalisierung sowie Ausbildung und Umsetzung.
Betriebswirtschaftliche Perspektiven für den Forstbetrieb von morgen
Dr. Moritz Freiherr von Blomberg (BB Göttingen GmbH) zeigte auf, an welchen betriebswirtschaftlichen Stellschrauben Forstbetriebe drehen können, um langfristig resilient zu bleiben. „Fördermittel sind kein Betriebsziel“ lautete eine Kernaussage.
Prof. Dr. Markus Ziegeler (HAWK Göttingen) beleuchtete Chancen und Risiken von Waldumbau und Klimaschutzmaßnahmen im Spannungsfeld ökonomischer Anforderungen und betonte die Wichtigkeit der richtigen politischen Rahmenbedingungen.
Mit einem praxisnahen Einblick ergänzte Dr. Christian Wippermann (Fürst Wallerstein GmbH & Co. KG) die Perspektive eines traditionsreichen Forstbetriebes im Wandel. Er sagte: “Die Mischung macht’s – mit dem Gegebenen wirtschaften, waldbauliche Optionen für die nächste Generation schaffen.“
Digitalisierung als Schlüssel für den Wald der Zukunft
Prof. Dr. Thomas Purfürst (TU Dresden) zeichnete eine Vision des durchdigitalisierten Forstbetriebs und betonte die Chancen der Wertschöpfung durch Daten für die Forsten.
Prof. Dr. Arne Nothdurft (BOKU Wien) stellte dar, wie Referenzwälder helfen, Vertrauen in Modelle und Daten aufzubauen. „Prognosen des Waldzustands erfordern den Mut, Unsicherheiten mitzuliefern. Denn, sobald ein Modell zur Karte wird, neigen wir dazu, es für die ganze Wahrheit zu halten.“
Ein Best-Practice-Beispiel lieferte Lucas von Fürstenberg (Freiherr von Fürstenberg’sche Forstverwaltung), der zeigte, wie Offenheit für neue Technologien und Denkansätze konkrete Mehrwerte im Forstbetrieb schafft.
Ausbildung, Umsetzung und Generationenwechsel
Am Nachmittag rückte der Mensch in den Fokus. Thilo Wagner (Landesbetrieb Wald und Holz NRW) sprach über die Ausbildung des Forstpersonals von morgen – der „Generation Z—ukunftswald“.
Christoph Deselaers (Forst ID) plädierte für pragmatische Einstiege in die Digitalisierung und stellte das Konzept „QuickStart Digitalisierung“ vor. „Bei der Digitalisierung im Forst geht es nicht um Technik – sondern um Menschen.“ Die Perspektive der jungen Generation brachte Johanna Werk (Deutscher Forstverein) ein und thematisierte Erwartungen und Herausforderungen der nächsten Förstergeneration.
Gemeinsamer Abschluss: Perspektiven bündeln – Zukunft gestalten
Den Abschluss bildete das Panel „Make Wald great again: Perspektiven bündeln – Zukunft gestalten“, das Philipp Freiherr von Oldershausen (Oldershausen Hofos GmbH) und Oliver Hilpold (THE LIECO COMPANY) gestaltet haben.
Veränderung entsteht durch Führung, Besonnenheit und ein offenes, wachsendes Mindset: Sie wird aktiv angestoßen, verantwortungsvoll im Sinne der Eigentümer gestaltet und über einen konsequenten Stakeholdermanagement Ansatz in eine lösungsorientierte, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Wirtschaft übersetzt – beispielsweise durch produktintegrierte Kompensation als strategischen Zukunftsdeal.
Das 4. LIECO Forum zeigte eindrucksvoll, dass die Zukunft der Forstwirtschaft nur im Zusammenspiel von wirtschaftlicher Tragfähigkeit, digitaler Innovation und gut ausgebildeten Menschen gelingen kann – und dass der persönliche Austausch dabei eine zentrale Rolle spielt.

